Die am 16. März überreichte Kündigung wurde Ende März abgewechselt von einer fristlosen Kündigung, hilfsweise fristgerecht zum 31. Juni (hey, ich weiß, dass der Juni nur 30 Tage hat). In diesem Kündigungsschreiben steht eindeutig drin, dass meinem Mann gekündigt wurde aufgrund des Beitrags in der Lokalzeit Aachen.
Dabei wurden wir in diesem Beitrag verfremdet, unsere Stimmen wurden nachgesprochen und die Firma wurde nicht öffentlich genannt. Es sollte lediglich die Problematik dargestellt werden und gezeigt werden, was man sich als Arbeitnehmer alles gefallen lassen muss.
Ein weiterer Beitrag, der von dem Team des WDR gedreht wurde, wurde erst einmal auf "Eis gelegt". Angeblich, um uns zu schützen. Wobei wir uns langsam fragen, vor was??
Wir wollen nicht geschützt werden, wir wollen nicht in der Ecke sitzen und weiter auf unser Geld warten, sondern wir wollen, dass es in aller Öffentlichkeit bekannt wird, wie hier in Deutschland mit den Arbeitnehmern umgegangen werden darf.
Hallo Ihr Politiker! Ihr, die Ihr durch unsere Stimmen gewählt worden seid. Was müssen wir tun, um gehört zu werden? Was müssen wir machen, um zu erreichen, dass sich an den Gesetzen etwas ändert? Was?
Früher war's vielleicht einmal möglich, Geld anzusparen und damit den Ausfall von zwei Monatslöhnen zu überbrücken, aber in der heutigen Zeit ist es einfach nicht mehr möglich. Der Lohn reicht gerade einmal aus, um die laufenden Kosten zu begleichen und zu überleben, aber mehr ist da einfach nicht drin.
Wir sind auch bei weitem nicht der einzigste Fall und noch lange nicht der schlimmste Fall. Es gibt ganz viele Arbeitnehmer, die ebenfalls und stärker betroffen sind. Aber es kann doch nicht angehen, dass man abserviert wird, wenn man es wagt, sich zur Wehr zu setzen. Ja klar, der Arbeitsmarkt ist voll von Menschen, die darauf warten, eine neue Stelle zu bekommen. Also weg mit denen die meutern und her mit denen, die sich aus Dankbarkeit für eine Stelle alles gefallen lassen....
Es ist mit einem Durchschnittslohn von ca. 1.300,- Euro nicht möglich, da mal eben ein Wochen drauf zu warten, nur weil der Arbeitgeber einen Engpass hat, den er scheinbar auch über einen längeren Zeitraum hinweg nicht in den Griff bekommt. Als Arbeitgeber müsste man da so fair sein, mit offenen Karten zu spielen. Da gibt es immerhin noch die Möglichkeit der staatl. Hilfe für Arbeitgeber in Form von Kurzarbeitergeld.
Aber nein, da lässt man die Arbeiter erst mal zwei Stunden in der Woche mehr arbeiten ohne zusätzliche Bezahlung, damit es dem Betrieb besser geht. Aber dem Betrieb geht es nicht besser. Und wenn die Arbeiter irendwann sagen, es reicht jetzt mit dieser unbezahlten Mehrarbeit, da ist der Arbeitgeber noch beleidigt.
Es werden keine Überstundenprozente mehr gezahlt, keine Sonderzahlungen, nichts mehr. Man hat überhaupt keine Möglichkeit, mal einen Monat etwas mehr Geld zur Verfügung zu haben, so wie es früher mal war in Zeiten von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dann muss man unpünktliche Zahlungen noch hinnehmen, klaglos, denn ansonsten wird man ruckzuck zum Bittsteller. Da sitzt man vor einem Angestellten der ARGE und muss sich Fragen gefallen lassen in der Art "Haben Sie ein Alkoholproblem? Haben Sie ein Drogenproblem? Sonstige Probleme?"
Ratzfatz wird man zum Menschen zweiter Klasse!!! Und warum??? Weil man sich zur Wehr gesetzt hat. Weil man versucht hat, die Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam zu machen. Weil man auf sein Recht beharrt hat.
Weil man so naiv war, zu glauben, dass man etwas bewegen könnte.....
Ja, es gibt Möglichkeiten für den Arbeitgeber Insolvenz anzumelden oder sonstiges, aber alle diese Möglichkeiten sind auch mit Kosten verbunden und woher soll man die nehmen?
Irgendwann, als die Lohnzahlungen immer noch später kamen, haben wir beschlossen, uns nirgendwo im Freundeskreis mehr zu melden. Den meisten Einladungen konnten wir nicht Folge leisten, weil uns das Spritgeld fehlte, ganz abgesehen von der Tatsache, dass wir 9 Monate das Auto mit abgelaufenem TÜV und fahruntüchtig vor der Tür stehen hatten. Geld für Geschenke war auch nicht übrig und selbst, wenn mal etwas übrig war, dann wussten wir ja nie, wann mit der nächsten Lohnzahlung zu rechnen ist. So sind wir mehr und mehr ins soziale Aus gerutscht.
...Fortsetzung folgt....
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